Vom Manuskript zum Buch…
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31
Jan

Buechermarkt im “Second Life”

categories Marketing, Second Life, Softwarerezensionen, Tipp! | wong it!    

Am 26. Jänner fand sich im Literatur-Café ein Artikel über die neue Art des Buch- und Autorenmarketing im Internet: “Second Life” (SL).

Das Onlinespiel der amerikanischen Softwarefirma Linden Lab bietet das, was an sich jeder gerne hätte: ein zweites Leben, in dem man aussehen kann wie man will, wohnen kann wie man mag und außerdem auch noch in der Lage ist zu fliegen. Alle Freunde findet man auf einen Klick auf der ganzen virtuellen Welt (solange sie online sind) und jeder kann eine Harley oder einen Porsche fahren, wenn er nur auch dafür bezahlt. Wenigstens das ist noch wie im normalen Leben – man muß die einzelnen Features und Gimmicks bezahlen. Mit echtem Geld via Master- oder VisaCard. Nur das virtuelle Leben ist kostenlos, aber das kennen wir auch von der Realität. Wer sich in einem Vehikel fortbewegen will, muß dafür dann eben einige Hundert L$ (Linden Dollar) über seine Kreditkarte laufen lassen. So dramatisch ist das noch nicht; 800L$ sind in etwa 3,30 US$, also auch etwas über 3 €. Aber wenn noch ein Haus dazukommen soll plus diveres Kleinkram, kann man schonmal 20 € los sein; ganz schön viel Geld für “eigentlich nichts”.

Wie auch immer. Den steigenden Trend, sich ein zweites Leben zuzulegen, hat nun auch die Buchindustrie erkannt. Im Blog des englischen Guardian stand kürzlich ein Artikel über gut besuchte Dichterlesungen im “Writing and Performance Centre” von Karen Wheatley auf Info Island 11 im SL und die deutsche Firma Bokowsky + Laymann GmbH bietet werbewilligen Kunden ganze Solution-Pakete, um selbige Werbung dann gezielt im SL zu platzieren.

Das Londoner Verlagshaus “Snowbooks” mit angeschlossener Buchhandlung hat nun das Naheliegende tatsächlich virtuell umgesetzt: eine SL Buchhandlung, in welcher SL Bücher zumindest auszugsweise direkt im Spiel gelesen werden können. Besonderes daran ist, daß es sich um real erhältliche Bücher handelt. Mit “Book of the Month” und einer Reihe aktueller Neuerscheinungen wirbt Snowbooks mit der aktuellsten Lektüre. Gleich neben den SL Exemplaren findet sich meist auch ein Link zu Amazon; der lesedurstige Spieler kann sich das reale Buch direkt mit einem Klick im realen Leben zulegen und lesen. Klingt an sich wirklich spannend. HIER geht es für Second Life Spieler über einen sogenannten SURL-Link direkt zum Snowbooks SL Shop. – Ja, man kann sich über Internetlinks zu den jeweiligen Orten im Spiel direkt teleportieren lassen!

So zum Beispiel auch zu Changmi, einem SL “News Stand”, der SL Magazine vertreibt und sich einen SL Store mit dem amerikanischen Onlineshop Coelacanth Books teilt. Letzterer bietet ausschließlich seltene, alte und ungewöhnliche Bücher an. Die “Einführung in das Büchersammeln” ist bereits für 1L$ zu haben, viele Exemplare kostenlos oder für relativ wenig Geld. Coelacanth Books gibt an, daß die Einnahmen direkt an die Autoren der Bücher gehen; außerdem wünscht der Betreiber ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit weiteren Autoren. Wer also Interesse an einer Veröffentlichung im SL hat, der ist hier also genau richtig.

Wer mehr auf die klassische Lesung in einer Traditionsbuchhandlung steht, der sollte es im Mill Pond versuchen. Dieser Buchladen ist ja viel mehr so nach meinem Geschmacke… *s* Mill Pond ist ein Projekt von Shakespeare & Company und in Anlehnung an das “Original” finden hier wöchentliche Lesungen statt, bei denen Autoren ihre Werke laut vorlesen oder als SL Notecard verteilen können.

Alles in Allem ein sehr interessantes Projekt, das sicher weitere Verbreitung finden wird, solange noch Menschen ein zweites Leben suchen. Linden Lab sieht, wie viele andere mittlerweile auch, im SL die Zukunft des gesamten Internet – mich erinnert es ein wenig an die Matrix und ich versuch mir nicht vorzustellen, an welchen Stellen im Hinterkopf ich dann in Kürze Anschlüsse zu meinem zweiten Leben haben muß, um ein Buch bestellen oder auch nur lesen zu können. In jedem Fall aber ist der Büchermarkt im Internet eine gute und weitverbreitete Ergänzung zu den Möglichkeiten, die man als Leser und Autor bisweilen hatte.

30
Jan

Buecher sammeln mit Book Collector

categories Schreiber-Alltag, Softwarerezensionen, Tipp! | wong it!    

Viele Schreiberlinge sind ja auch privat große Bücherfreunde und nicht selten beheimatet das Autorenhabitat eine ganze Sammlung von Büchern. Meines macht da keine Ausnahme. Und nach vielen Versuchen, meine Sammlung einmal ordentlich zu katalogisieren, habe ich grad zu Weihnachten einen hervorragenden Tipp bekommen: Book Collector.

(Eignet sich auch hervorragend, um Bücher als Quellen für verschiedene Projekte einzuteilen!)

Hier zur Homepage des Herstellers mit kostenloser 100-Titel Testversion

Das Programm ist übersichtlich gestaltet und vor allem komfortabel. Es lässt sich in diversen Sprachen installieren und ist von der Bedienung weitestgehend intuitiv zu handhaben. Bücher lassen sich in beliebig viele, frei wählbare Kategorien und Genres unterteilen, ein Besitzstatus anzeigen (in Sammlung, zu verkaufen, gesucht), Notizen und “Gelesen-Hakerl” hinzufügen, Format, Verlag, Serie, Jahr der Veröffentlichung, Sprache, Original (mit allen Stammdaten) etc. eingeben. Da das alles streckenweise mühsam ist, hat das Programm eine Schnittstelle zu verschiedenen Datenbanken wie z.B. Amazon in DE, UK, sowie u.a. auch diversen Nationalbibliotheken, von wo neben diesen Stammdaten auch das Cover heruntergeladen und angezeigt wird. Eingeben kann man dazu entweder Autor und Buchtitel, oder noch einfacher die ISBN. Hat man sehr viele neue Bücher, die bereits mit ISBN ausgestattet sind (nach 1980 10-stellig, seit 1.1.2007 nun 13-stellig), lohnt sich unter Umständen die Anschaffung eines Barcode-Scanners. Ein mit allen Modulen der Collectorz Software kompatibles Gerät erhält man für etwa 130,-$ auch auf der Collectorz Homepage. Hat man ältere Bücher, die noch über keine ISBN verfügen oder die in den verschiedenen Onlinedatenbanken nicht gefunden werden, so kann man die Datensätze auch per Hand eingeben; Gleiches gilt auch für die Vorschaubilder der einzelnen Titel.

Etwas mühsam zu finden aber durchaus vorhanden ist die Ausleih-Funktion. An sich einfach als Filter für das jeweilige Buch zu setzen, aber auf die Idee muss man erstmal kommen…

Ein weiteres praktisches Feature ist das Schreiben der Datensätze in html oder xml. Ersteres sieht dann wie folgt aus:






Book

Herrin der Falken. – Ein Darkover-Roman [Hawkmistress] (2000)


Autor
Marion Zimmer Bradley
Genre Belletristik; Fantasy
Datum der Veröffentlichung 2000
Format Broschiert
Verlag Droemer/Knaur
Sprache Deutsch
Persönliche Details
Besitz-Status In Sammlung
Index 219
Gelesen Nein
Links Amazon Germany

Weitere Einzelheiten
ISBN 3426629658
Empfohlener Preis € 8,95
Anzahl der Seiten 496
Erstauflage Nein
Selten Nein
Details des Originals
Titel des Originals Hawkmistress
Verlag des Originals DAW Books, New York
Ursprungsland USA
Sprache des Originals Englisch


Wie der html-Export der gesamten Liste funktioniert, konnte ich bislang noch nicht herausfinden, werde aber Bericht erstatten, sobald ich es weiß.

Insgesamt ein sehr praktisches Programm, wenn man größere Büchersammlungen oder auch Quellen für ein oder mehrere Projekte zusammenstellen möchte. Und für knappe 40,-$ auch für den Funktionsumfang erschwinglich.

Rating: ★★★★½

29
Jan

Wieder und wieder und wieder…

categories Schreiber-Alltag, Tipp!, Verlage | wong it!    

Tjaja, so ist das, aber als Schreiberling muß man wohl ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz mitbringen. Die übliche freundliche Absage – diesmal von Rowohlt.

“… herzlichen Dank für Ihr o.g. Schreiben in dem Sie uns Ihr Manuskript zur Veröffentlichung anbieten. Wir haben uns hier im Lektorat mit Ihrem Vorschlag beschäftigt, können Ihnen aber eine Veröffentlichung im Rahmen unseres Verlagsprogramms leider nicht in Aussicht stellen. Gern hätten wir Ihnen die Gründe unserer Entscheidung im einzelnen dargelegt, aber bei der großen Zahl der täglich bei uns eingehenden Manuskripte sind wir dazu bedauerlicherweise nicht in der Lage. Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen, dass sich Ihnen recht bald eine andere Möglichkeit der Veröffentlichung bieten möge.
Mit Dank dafür, dass Sie bei Ihrem Vorschlag an uns gedacht haben verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen
i.A. [Name der Sachbearbeiterin]
Sachbuchbuchredaktion
ROWOHLT VERLAG GMBH”

An Rowohlt hatte ich “nur” eine Voranfrage via eMail geschickt und ebenso Antwort erhalten. Voranfragen vie Telefon oder eMail machen sich oft sehr gut, zumal sich in den Lektoraten die unaufgefordert eingesandten Manuskripte ja auch nur so stapeln. Spart Zeit und Portokosten für alle Beteiligten.

27
Jan

“Freedom Writers”

categories Tipp! | wong it!    

Wo ich grad drüber gestolpert bin: Es ist schon erstaunlich, was Schreiben alles bewirken kann. Es verhilft einem sogar zu einem besseren Leben!

Das Buch mit den Originaltexten ist gerade in diesem Monat auf den Markt gekommen, der Film wird dann im März in den Kinos zu sehen sein und viel gehört hat man ja nun auch schon. Das Faszinierende daran ist, daß es sich um eine wahre Geschichte handelt.

Die Geschichte einer jungen Lehrerin, die aus ihrer ersten Anstellung und ihren “nicht erziehbaren Risiko-Schülern” etwas Besonderes macht. Die gerade dreiundzwanzigjährige Erin Gruwell schafft es, den Jugendlichen, die allesamt in den Banden-Kriegen des sozialen Souterrain stecken, eine neue Perspektive auf das Leben zu geben. Durch Lesen – und Schreiben! Mit dem “Tagebuch der Anne Frank” fängt alles an. Und durch Tagebuchschreiben finden die “nicht erziehbaren”, “unterdurchschnittlichen” “Deliquenten” schließlich zum Leben zurück und schaffen am Ende sogar alle geeinsam den Schulabschluß – und kommen noch weiter.

Ich werde mir das Buch auf jeden Fall bald besorgen, dann gibt es auch eine ausführlichere Rezension!

Hier geht es zur offizillen Freedom Writers Homepage (de)

26
Jan

DAS ging flink!

categories Schreiber-Alltag, Verlage | wong it!    

Gerade gestern hab ich nun beim Novum Verlag diverse Infomaterialien angefordert, noch zweimal hin- und hergemailt, und heute ist schon alles in der Post! Ich bin ja grad wirklich schwerst begeistert. Ich sollt mal wieder an den Jugendbuchmanuskripten arbeiten – bei denen macht veröffentlichen bestimmt Spaß! *s*

Novum Verlag

25
Jan

Freudige Ueberraschungen

categories Schreiber-Alltag | wong it!    

Es ist ja nicht zu fassen! Da bekomme ich grad den Tip “blend doch mal eine Werbung ein” und schon passiert es: Ein Verlag sucht Autoren! Und nichtmal Edition Fischer! DAS kann kein Zufall sein, da muß ich hinschreiben. Wenn schon eine solche Aufforderung auf meiner eigenen Seite erscheint, dann kann ich ja nicht widerstehen. *s* Nun bin ich ja gespannt. Von Fischer hatte ich auch schon Veröffentlichungsangebote, allerdings mit Druckkostenzuschuß. 7.600,- Euro! Wenn ich die man hätte! Allerdings sagen branchenkundige Leute ja auch immer:

FINGER WEG VON ZUSCHUSSVERLAGEN!!!

Nunja, nachdem ich jetzt das letzte Semester über keine Arbeit hatte, sind meine Reserven schon quasi nicht mehr vorhanden. “Ganz nebenbei” mach ich ja noch meinen Doktor in Philosophie. Und gerade heute hatte ich die Zusage für eine geringfügige Beschäftigung – nicht viel, aber es deckt wenigstens meine Ausgaben. Zum Schreiben braucht man ja zum Glück nicht viel und wohnen tu ich schon eine Weile bei meinem Freund. Schreiben könnt so schön sein – wenn das liebe Geld nicht wär!

24
Jan

Manfred Plinke: Schriftsteller: “Vom Schreiben leben”

categories Buchrezensionen | wong it!    

Rezension

Kürzlich habe ich “Schriftsteller – Vom Schreiben leben” ausgelesen. Das Buch ist wunderbar amüsant und – zumindest für Erstautoren – informativ. Für nur etwas erfahrenere Autoren wird nicht viel Neues darin stehen.

Der Leser sieht sich vier Bereichen gegenüber: 1. Über den Beruf und das Schreiben, 2. Vom Schreiben leben, 3. Erfolgreiches Veröffentlichen und 4. Kleines Schriftsteller-Lexikon.

Im ersten Abschnitt unternimmt Plinke einen Streifzug durch die verschiedenen schriftstellerischen Daseinsformen. Vom Selbsttest bis zum durchschnittlichen Alkoholkonsum ist quasi alles abgedeckt, was der angehende Schriftsteller zu bedenken hat, wenn er sich auf das Schreiben einläßt. Wer die Testfragen bis zum Ende noch aufmerksam durchgelesen und am Ende sogar noch beantwortet hat, zeugt zumindest von Hartnäckigkeit und kann sich hinterher bei 1 Liter Wein, 0,75 Bier und einem doppelten Schnaps pro Seite entspannen…

Im zweiten Teil sinkt der zugegeben sehr unterhaltsame Sarkasmusanteil zugunsten einiger professioneller Fragen, im Besonderen die des Honorares. Plinke macht deutlich, daß Schreiben nur in den seltensten Fällen gut bezahlt ist. Vor allem macht er darauf aufmerksam, in welche steuerlichen “Fallen” dies führen kann. Sein Tip: Konsultieren Sie einen Steuerberater. Und er hat nicht Unrecht!

Im dritten Abschnitt zeigt Plinke einen kurzen Ausschnitt vom aktuellen Buchmarkt und geht dann über zu den wichtigen Fragen: Wie bietet man ein Manuskript an? Wie gestaltet sich dann die Zusammenarbeit mit dem Verleger? Sind Lektoren wirklich böse Menschen? Und: Muß ich mich wirklich umbringen, wenn die Kritiker das Buch am Ende verreißen? … Gerade hier zeigt sich deutlich: Der Mann weiß, wovon er redet, und das finde ich immer sehr beruhigend. Und leben tut er auch noch!

Im “Kleinen Schriftsteller-Lexikon” findet der Leser dann alle wichtigen Begriffe: Von ‘Absatzhonorar’ über ‘Kritische Ausgabe’ bis zum ‘Zwischenbuchhandel’.

Das Buch ist auch für etwas erfahrenere Autoren zumindest eine amüsante Bettlektüre und für tintige (also “blutige”) Anfänger auf jeden Fall zu empfehlen. Rating: ★★★½☆ Enjoy!

22
Jan

Neues Jahr, neues Glueck…

categories Schreiber-Alltag | wong it!    

Neujahrsvorsatz Nr. 1: Mehr schreiben und endlich mal wieder etwas veröffentlichen. Dicht gefolgt von weniger Schoki, mehr Rausgehen, etc.pp.. Zum Glück rauche ich nicht, sonst hätte ich schon wieder aufgegeben, aber Schreiben hat ja bekanntlich mit Beharrlichkeit zu tun. Wer schreibt, der bleibt.

Bleiben… Wo ich überhaupt bin? In Wien! Wunderschöne Stadt, etwas verrückte Einwohner und eine lange Geschichte, wie es mich – quasi als Nordlicht – hierherverschlagen hat. Wie alle langen Geschichten war natürlich ein Mann involviert, viel Hin und Her und ein bitteres Ende, aber so etwas liefert ja immer nur wieder neuen Stoff für neue Geschichten. Die muß ich auch drum herum erfinden, weil mir die Geschichte, wie sie tatsächlich passiert ist, sowieso keiner glauben würde. So etwas passiert immer nur in wirklich GANZ schlechten Filmen, im täglichen Leben kann das alles gar nicht sein. Jaja, dachte ich auch immer…

Nun denn. Kaffeehaus, ich komme! Denn 2007 muß endlich mal wieder etwas passieren.

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